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Hochschule Emden/Leer

Aktuelles aus dem Fachbereich Technik
 
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08. Dezember 2009 Was bedeutet der Physik-Nobelpreis für Ostfriesland?

Studiengang Photonik betreibt in Emden angewandte Lehre und Forschung im ausgezeichneten Fachgebiet.

Über die Würdigung durch den Nobelpreis sind an der Fachhochschule in Emden insbesondere in den Studiengängen Photonik und Engineering Physics die Studierenden, Mitarbeiter und Professoren hoch erfreut. Sie kommen in den unterschiedlichen Forschungsbereichen Optik und der Lasertechnik und in der Lehre praktisch jeden Tag mit Weiterentwicklungen der preisgekrönten Arbeiten in Berührung. Auch die Abteilungen Elektrotechnik und Informatik sowie Maschinenbau im Fachbereich Technik sind vom Nobelpreis direkt oder indirekt betroffen.

Eine fundierte Ausbildung in den Bereichen der Physik und der optischen Technologien ist eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Qualifizierung in einem modernen technologischen Umfeld, das sich permanent weiter entwickelt. Zum einen ergeben sich daher für die Absolventen hervorragende Berufsaussichten. Zum anderen profitiert davon die Region Ostfriesland sowie das Umland mit einigen großen Unternehmen im Bereich der Fertigung und Produktion sowie den vielen mittleren und kleinen Unternehmen mit Bezug zu optischen Technologien.

Mit der diesjährigen Verleihung des Nobelpreises in Physik zeichnet das Nobelpreiskommittee drei Wissenschaftler aus, die es selbst mit "Masters of Light" bezeichnete und die in der deutschen Presse als "Lichtzauberer" tituliert wurden. Nachdem im Jahre 2005 bereits Professor Hänsch aus München den Nobelpreis für seine Leistungen auf dem Gebiet der Lasertechnik erhielt, werden am 10. Dezember wiederum Arbeiten aus dem Bereich der Optik gewürdigt.

Die Erfindungen der drei diesjährigen Preisträger stehen am Anfang einer Entwicklung, die unser Zeitalter so nachhaltig geprägt haben wie kaum eine andere. Der Brite chinesischer Abstammung, Charles Kao, berechnete Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, dass man über eine Glasfaser Licht so verlustfrei transportieren kann, dass es nach ca. 15 km nur die Hälfte seiner Leistung verloren hat. Auch nach über 150 km Strecke können digitale Signale hoher Bitraten noch problemlos ausgewertet werden, ohne dass sie zwischendurch verstärkt werden müssten. Sowohl Qualität als auch Menge der übertragenen Signale sind dabei um ein Vielfaches höher als bei Funkübertragungen. Dies war die Grundlage für das Internet, bei dem mit kommerziellen Systemen zurzeit Datenmengen von mehreren Terabit pro Sekunde übertragen werden. Das entspricht etwa der kompletten Übertragung von ca. 100 DVD pro Sekunde auf einer einzigen Glasfaser. Selbst vor ca. 20-30 Jahren wusste man noch nicht genau, was man mit einer solch hohen Übertragungskapazität anfangen sollte, da die digitale Multimediatechnik noch in den Kinderschuhen steckte. Das änderte sich dann Anfang der neunziger Jahre drastisch, als die ersten digitalen Kameras kommerziell zur Verfügung standen. Die Grundlage dafür war die Erfindung der CCD-Kamerasensoren durch die beiden US-Amerikaner Williard Boyle und George Smith Mitte der siebziger Jahre, die dafür ebenfalls in diesem Jahr mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet werden. Die CCD-Chips sind heutzutage in fast jeder digitalen Kamera, in Scannern und in Fotohandys zu finden und sind für die Unterhaltungselektronik wie auch für die Forschung als wesentliches Werkzeug unabdingbar geworden.

Die Glasfaser als Übertragungsmedium wie auch der Kamerachip als Sensor haben ein weitaus größeres Umfeld nachhaltig beeinflusst, das unter dem Begriff der optischen Technologien zusammengefasst werden kann. Sie waren die treibenden Kräfte für weitere industrielle Entwicklungen. Beispielsweise konnten die Möglichkeiten der Glasfaser erst richtig ausgenutzt werden, nachdem Halbleiterlaser, Leuchtdioden und weitere Komponenten der Optoelektronik zur Verfügung standen.

Diese Entwicklung geht immer noch weiter und lieferte uns vor einigen Jahren blaue Leuchtdioden und Laser für die "Blue Ray"-Technologie und HDTV. Weiterhin werden Glasfasern zum Transport von Laserstrahlung hoher Intensität eingesetzt, so dass eine flexible Strahlführung beim Schneiden und Schweißen mittels Laserstrahlen möglich ist. Damit können nicht nur Karrosserie- oder Schiffsteile bearbeitet werden, was in der ostfriesischen regionalen Industrie von Bedeutung ist, sondern auch im medizinischen Bereich werden mittels fasergekoppelten Lasern blutstillende Operationsschnitte durchgeführt oder Kalkablagerungen in Blutgefäßen sowie Nierensteine zertrümmert.

Außerdem hat die Glasfaser zur Entwicklung von neuartigen Lasern geführt. So ist das Herzstück des leistungsstärksten Lasers in Ostfriesland, der in der Fachhochschule in Emden ultrakurze Pulse von mehreren Gigawatt Leistung liefert, eine spezielle Glasfaser von mehreren Metern Länge. Praktischerweise kann man diese Glasfaser aufwickeln, was zu relativ kompakten und stabilen Systemen führt. In der optischen Messtechnik kommen die Messlabore, angefangen von der Bildverarbeitung in der Mikroskopie bis zur Qualitätsanalyse von Laserstrahlung, ohne Digitalkameras nicht mehr aus.

Kontakt:

Prof. Dr. Hans Josef Brückner Professor für Laseranwendungen in der Kommunikationstechnik
Fachhochschule Emden/Leer
Tel: 04921/807-1457
E-Mail: brueckner@nwt.fho-emden.de
Web: http://www.technik-emden.de/institute/photonik/index_kommtech.php

Prof. Dr. Ulrich Teubner
Professor für Lasermikrotechnik/Ultrakurzzeitoptik im Bereich Photonik
Studiengangssprecher Photonik
Tel.: 04921/ 807-1527
E-Mail: teubner@nwt.fho-emden.de


Eingestellt von:  Midgard Administrator
 
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